KDFB

Maria schweige nicht

Alle anfänglichen Irritationen der weit über hundert Gottesdienstmitfeiernden wurden aufgelöst, als Doris Albert vom Auszeit-Team und Sieglinde Wachter vom KDFB Priesendorf die Situation auf sehr humorvolle Weise deuteten und alle weiblichen Gottesdienstakteurinnen nach und nach auftreten ließen.

„Ich hatte Gänsehaut pur!“ meldete eine Mitfeiernde des Gottesdienstes zurück, nämlich dann, als szenisch dargestellt wurde, was mit der ersten Auferstehungszeugin, Maria Magdalena, passierte. Wie ein Häufchen Elend fiel sie zu Boden, als Stimmen von verschiedenen Orten des Kirchenraumes auf sie einredeten, sie könne dem Auftrag Jesu eh nicht entsprechen, ihr Lebenswandel wäre nicht angemessen, sie solle sich nicht so wichtig nehmen und sie so zum Schweigen brachten. Anschaulich spiegelte sich so wider, was aus der Frauen zugewandten Haltung Jesu im Laufe der Tradition der Kirche geworden ist. Gemeinsam formulierte Träume einer von Männern und Frauen getragenen Kirche ließen Maria Magdalena im Gottesdienst nach und nach, zögerlich und vorsichtig, wieder aufstehen.

Etliche der anwesenden Mitfeiernden der Wort-Gottes-Feier, der die geistliche Beirätin des KDFB, Dr. Andrea M. Friedrich, vorstand, nutzen die Möglichkeit, sich dem Beitrag des KDFB zum Synodalen Weg anzuschließen. Über 70 Karten mit dem Leitsatz: „Dazu schweige ich nicht…“wurden beschriftet. Da heißt es z.B. „Ich möchte von Priestern und Priesterinnen in der Seelsorge betreut werden, die meine Sprache sprechen, die mein Sehnen in der Seele erreichen…“, oder: „Frauen sollen endlich in der Kirche gleichberechtigt sein, Ämter dürfen ihnen nicht länger verweigert werden. Das ist sonst nicht mehr meine Kirche“ oder „als geweihter Priester setze ich mich dafür ein, dass die Weihe auch berufenen Frauen gespendet wird…“ Frauen aus den unterschiedlichsten KDFB-Zweigvereinen, u.a. Litzendorf, Memmelsdorf, Bad Staffelstein, Priesendorf, Hirschaid, Bamberg Unsere liebe Frau, Höchstadt, Burgwindheim, Aschbach, Gaustadt, sowie aus den Frauenkreisen Ampferbach und Stappenbach (und natürlich auch etliche Männer) feierten diesen inhaltlich berührenden und musikalisch von der Band Lichtblick mitreißend gestalteten Gottesdienst mit.

Doris Albert